Gemischtes, Zitate
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Grenzen und Selbstwert

Als ich heute morgen wach wurde, fehlte mir so jeglicher kreativer Gedanke – das war gestern auch schon so – deswegen dachte ich das ZIB muss diesen Samstag ausfallen. Aber beim Nachdenken über die Woche und welche Themen mich beschäftigt haben – kamen mir zumindest schon einmal Schlagwörter zu den Themen. Selbstwert – Selbstliebe – Grenzen.

Ich hatte ja letztes Wochenende schon über die Notwendigkeit einer Entscheidungsfindung geschrieben. Und das bin ich auch aktiv angegangen. Doch Sonntagmorgen vor dem Beratungsgespräch ging es schon los, dass auch mein Körper, den Konflikt in mir, schon austrug. Ich dachte schon – wie passend – Schmerzen beim Schlucken – “ ich kann nicht mehr schlucken“.

Zitat im Bild

Für das  Zitat im Bild#124 für die liebe Nova   an diesem Samstag daher etwas verspätet ….

Habe es dann auch noch hinbekommen den Termin wahrnehmen zu können, der mir sehr geholfen hat, meine Entscheidung treffen zu können.

Wochenende Alles verarbeitet – denn Montag stand dann Geburtstag feiern auf dem Plan. War ein schöner Tag – auch wenn mein Körper schon Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündung anzeigte. Jetzt bin ich mal gespannt, ob nach Abschluss des ganzen Prozesses, jetzt endlich mein Körper mit Gesundheit reagieren wird.

Denn ich sehe schon Zusammenhänge mit dem ständigen Krank Sein der letzten Zeit zu den nicht gelösten Themen und Konflikten in mir – wo der Körper eben stellvertretend auch gewisse Themen und Kämpfe übernimmt und austrägt. Momentan muss ich zwar leider noch durch den nächtlichen Husten, der mir viel Schlaf raubt. Muss gleich mal sehen noch einen Hustenblocker für nachts zu besorgen – denn tagsüber abhusten reicht auch.

Ich habe in 46 Jahren erst zweimal einen Menschen in der Betreuung abgelehnt – deswegen war es so schwer dieses Entscheidung zu treffen. Aber ich habe mich für mich entschieden und jetzt müssen wir nur noch durch das Ende des Vertrages, um es sauber abzuschliessen. An dieser Entscheidung hing ja nicht nur ich, sondern es hat Konsequenzen für mehrere Menschen.

Daher sind mir jetzt durch den ganzen Prozess so einige Zitate eingefallen.

In allen Grenzen ist auch etwas Positives.

Immanuel Kant

Familienbesuch

Am Donnerstag konnte ich frei machen und hatte Besuch von drei meiner vier Schwestern. Ein schöner Tag mit ihnen. – Obwohl ich ja nicht so gerne in der Stadt schoppe – hat es Spass gemacht mit ihnen über den Weihnachtsmarkt zu gehen und auch unser großes Kaufhaus „Loom“ zu besuchen – was zum Glück nicht so voll war.


Selbstwert und Grenzen

Gestern nochmals Team um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Es war schon in der Draufsicht mit einem gewissen Abstand spannend, wie viele Lebensthemen und Konflikte im Laufe des Lebens, sich in einer scheinbar kleinen Begebenheit spiegelten – wie viele Muster sich darin fanden. z.B. – etwas was ich nicht wusste – wie sehr mich Verachtung und völlige Entwertung, ankratzt.

Heilung und Auflösung

Wenn Selbstgefühl sich in Verachtung andrer, auch der geringsten, auslässt, muss es widrig auffallen.

~ Johann Wolfgang von Goethe

Warum trage ich oft so viel, ertrage ich oft so viel?

Damit bin ich gedanklich, gefühlsmässig immer noch beschäftigt.

Das hat nicht, wie Viele meinen mit fehlender Selbstliebe zu tun. Das ich meine, es nicht wert zu sein. Aber es hat dennoch mit einem Muster und einem Konflikt zwischen – „Ich und die Anderen“ zu tun. Mein Mitgefühl bringt mich von Zeit zu Zeit in diese Konflikte – doch diese innere Auseinandersetzung, hat jetzt dazu geführt, mein Mitgefühl für mich selbst höher anzusetzen und mich dafür zu entscheiden. Solche Prozesse – besonders wenn sie in den Supervisionen angerissen werden, bringen immer Reflexionen eines ganzen Teams und einer ganzen Gruppe in Gang.

Ich freue mich jetzt bei der neuen Arbeit so vielen bewussten und selbstreflektierenden Menschen zu begegnen – die ebenfalls damit ringen – „wie gut sorge ich für mich selbst“ – und werde dennoch dem anderen Menschen gerecht und meinem Mitgefühl für ihn.

Und einige Menschen haben mir gesagt – in meiner inneren Auseinandersetzung der letzten Tage – „wenn nicht jetzt mehr an Dich denken, wann dann!“ Und das stimmt – gut für mich sorgen, sollte daher das Motto sein.

Wie es der Jugend Freude bereitet, sich ihres Wachstums bewusst zu werden, muss es für das Alter eine Freude sein, die einengenden Grenzen fallen zu sehen.

Leo Tolstoi

Jetzt sind doch noch einige Gedanken aus mir heraus geflossen. Es ist manchmal schwierig diese komplexen Zusammenhänge auszudrücken.

Jedenfalls ist diese Woche ganz viel Wachstum geschehen. Das geht nicht immer ohne Symptome und Schmerzen einher – sei es körperlicher oder emotionaler Art.

Ich hoffe meine Gedanken können etwas anregen – denn jammern möchte ich hier nicht. Aber ich mag auch nicht so tun, als wäre mein Leben momentan perfekt gut. Gerade am Selbstwert und dem Thema Selbstliebe hängen so viele Auseinandersetzungen und Prozesse. Denn zumindest meine Generation, ist durch die Generation der Erziehung unserer Eltern und deren Selbstwertgefühl stark damit konfrontiert. Anders als die Generation heute scheint mir. Auch heute ist es ein Thema – denn egoistisch zu handeln, leicht Grenzen zu setzen und zu haben, oder schnell die Belastungsgrenze erreicht zu haben, bedeutet aus meiner Sichtweise auch nicht unbedingt, einen besseren Selbstwert zu besitzen.

Ich bin durch die neue Arbeit in der Psychiatrie wieder mehr damit konfrontiert, dieses innere Ringen zwischen dem Verständnis für die Bedürfnisse und Symptome des Anderen in Beziehung zu den eigenen Grenzen und der eigenen Befindlichkeit zu sehen – rund um mich herum. Das ist fordernder als der Umgang mit geistigen Behinderungen. Ist doch gut – erst habe ich die Entscheidung getroffen, in der letzten Woche war ich dann mit der Entscheidung davon betroffen mit den Anderen zusammen, wie ist es umzusetzen und jetzt spüre ich, kann ich nach und nach mehr davon loslassen.

Noch zeigen möchte ich Euch den Vollmond dieser Woche – auf dem Rückweg entstanden nachdem ich meine Schwestern zum Bahnhof gebracht hatte. Zum Glück hatte ich meine Kamera noch im Auto!

Ich wünsche Euch von Herzen ein schönes drittes Adventswochenende ♥ ღ

6 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo Liz,

    heute ist deine ganze Seite voll mit Werbung. Hast du da etwas verändert oder hat sich mein Blocker neue Einstellungen angeeignet?
    Jedenfalls finde ich den Segensspruch wunderschön. Die Tür zum Träumen sollte immer offen bleiben, das ist wichtig für unsere Hoffnungen.
    Manchmal muss ein Einkaufsbummel und auch Weihnachtsmarktbesuch eben sein. besonders wenn man liebe Menschen an der Seite hat.

    Liebe Grüße und ein schönes Adventswochenende
    Arti

    • Avatar

      Irgendwas stimmt heute mit der Technik nicht liebe Arti, hatte schon einmal geantwortet ist aber wieder weg. Danke für den Hinweis – ich habe auch den AdBlocker ausgeschaltet um es zu prüfen, habe aber gar keine Werbung installiert und sehe sie dennoch! Werde ich mal im Auge behalten!

  2. Avatar

    Liebe Liz,
    ich finde das Zitat von Tolstoi beeindruckend. Kannte es noch nicht und werde es mir unbedingt merken und mich – wenn nötig – daran erinnern.
    Es ist gut, dass es jetzt beruflich, vor allem mental, wieder aufwärts geht.
    Hab einen fröhlichen und friedlich erholsamen 3.Adventsonntag
    herzlichst moni

  3. Avatar

    Eine wieder sehr „beindruckende“ Woche für dich und es ist gut dass du jetzt diesen Entschluss gefasst hast. Sicherlich ist es für den Menschen selbst nicht positiv, aber du muss da an dich denken und wenn es dir nicht gut geht dann muss es sein. Einfach mehr an sich selbst denken, einen gesunden Egoismus schaffen ist immer von Vorteil.

    In dem Zusammenhang hast du schone Zitate gefunden und auch dein ZiB selbst gefällt mir sehr gut. Danke dir vielmals dafür und dass du wieder mit dabei bist.

    Wünsche dir noch viele schöne Momente mit lieben Menschen sowie einen hoffentlich entspannten dritten Advent.

    Liebe Grüsse

    N☼va

  4. Avatar

    Liebe Liz,
    wegweisende Zitate hast du gefunden und das eine in einem schönen
    Foto, das dazu paßt, wirkungsvoll eingekleidet.
    Nicht immer ist es leicht eine Entscheidung zu treffen, wenn die Sensibilität
    im Herzen ruht, aber nicht immer kann man an andere denken, wenn man
    dabei selbst auf der Strecke bleibt, damit ist niemandem gedient.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen erfüllten dritten Advent und weiterhin
    viel Kraft deinem Weg zu gehen und gute Besserung.
    Liebe Grüße zu dir, Karin Lissi

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